160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 03.02.2018 22:39

Der Wassertest heute war ... antiklimatisch. Ich hänge wohl echt zu oft mit Chemikern und Biologen rum. Und die haben Messequipment rumfliegen, von dem der arme Aquarienfritze nur träumen kann ...
Ich wollte die Nährstoffe im Wasser haben, Kalium, Phosphat, Eisen, Magnesium und noch ein paar spezialisiertere Sachen. Bekommen habe ich einen handgemachten Tröpfchentest für Eisen und Phosphat. Dafür aber kostenlos. 

Als Grundlage für einen gezielten Düngeplan ist es recht dünn. In Anbetracht der Tatsache, dass ich schon einmal eine "Einrichtungsdosis" eisenbetonten Kalidünger zugegeben habe, schon ein klarer Hinweis auf das extreme Eisendefizit zuvor.

Eisen: 0,1 bis 0,2mg/l
Phosphat: 0,25mg/l
Zuletzt geändert von Wen-Astar am 04.02.2018 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 09.02.2018 11:56

Nach einem langen Gespräch mit einer Bekannten, die schon seit Längerem ein Aquarium hat, überlege ich mir jetzt ernsthaft, ob ich das Becken nicht doch ausräume, auswasche und "neu" aufsetze - mit Nährboden und neuem Kies/Sand.
Ich kann natürlich mein bestes tun, die Pflanzen via Wassersäulendüngung am Leben zu halten, aber das Aquarium ist nicht mein Lebensinhalt. Da haben viele andere Menschen, Tiere und Pflanzen vorrang. Das Aquarium sollte langfristig am Besten mit etwas Samstagspflege zurechtkommen.

Ergo wäre die "einfachste" Lösung, die Fische rauszufangen, das Aquarienwasser in eine Wanne umzuleiten, die Pflanzen herauszunehmen und das Becken auszuschaufeln. Dann alles wieder in umgekehrter Reihenfolge wieder rein. Nun, da dee Aussenfilter gut läuft, ist das sogar machbar, und ich hätte zwei Jahre Ruhe in Sachen Düngung. Ich könnte dabei sogar diese klischeehafte Rückwandfolie abmachen.

Das Problem dabei ist, dass der Wels seinen Umzug noch nicht verkraftet hat und dann wohl wieder wochenlang nur durch frisch aufgewirbelten Sand nachweisbar wäre ...
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Blaubeerblau1 » 09.02.2018 16:11

Wen-Astar hat geschrieben:Ich kann natürlich mein bestes tun, die Pflanzen via Wassersäulendüngung am Leben zu halten, aber das Aquarium ist nicht mein Lebensinhalt. Da haben viele andere Menschen, Tiere und Pflanzen vorrang. Das Aquarium sollte langfristig am Besten mit etwas Samstagspflege zurechtkommen.

Ergo wäre die "einfachste" Lösung...


Wenn´s denn das Becken eher eine "Randerscheinung" hinter vielen anderen wichtigen Dingen sein soll, man kann auch ohne Nährboden UND Wassersäulendüngung, auch ohne CO2-Düngung ein ansprechendes, sehr pflegeleichtes Aquarium halten.

Microsorum-Arten, Boltibis-Arten, Anubias-Arten...und andere einfach zuhaltende relativ anspruchslose dekorative Pflanzen habe ich seit ca. 3 Jahren in einem Becken mit Corydoras und kleinen Salmlern. Pflege gleich Null. Mangelerscheinungen gleich Null. Algen optisch kaum wahrnehmbar. Licht ist eine alte 30 Watt T-8-Röhre. Wasser relativ weich, nicht so nährstoffreich. Da wird nix am Leben erhalten, die Pflanzen wachsen und vermehren sich. Alle paar Wochen schmeisse ich ein bis zwei Hände voll in die Bio-Tonne, weil es wieder zu voll wird. Gut, das ist natürlich Arbeit. Und bei der Fütterung mal ein paar Tropfen Dünger zugeben sollte wohl an Zeitaufwand noch möglich sein. Aber wie geschrieben, es geht ganz ohne Düngung.
Gruß
Dieter

Ich werde nie die Inbrunst verstehen, mit welcher Menschen eine Ansicht vortragen, die erstens nicht von ihnen stammt und zweitens ohnedies herrscht.
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 09.02.2018 21:15

Das Aquarium zu übernehmen war für Ende März ausgemacht, und am 27.12. stand es dann unverhofft doch vor der Tür.

Als ich die Pflanzen ausgesucht habe, war die eine Messlatte "pflegeleicht" und die andere "Mittelamerikanisch". Mit den ganzen Mangelerscheinungen frage ich mich dann doch ...
Das Aquarium hat Konkurrenz von zwei Berufen, drei Kindern und einem grossen Nutzgarten. Es muss also irgendwann so laufen, wie es ein pflegeleichtes Aquarium tut, und nicht wie ein frisch eingerichtetes Aquascaping-Becken mit 20 Wochenstunden Pflegebedarf.

Die Pflanzen und Fische scheinen gut zu harmonieren, und ich möchte ehrlich gesagt lieber ein mittelamerikanisches Fake-Biotop als ein weltweites Gesellschaftsbecken. Das ist auch ein Grund, weshalb ich zögere, Turmdeckelschnecken oder Verwandte einzusetzen.

Ein bisschen Düngung und Pflege ist OK, jeden Tag Wassertests zur spezialisierten Nährstoffversorgung ist zu viel. Da erscheint mir die Nährbodenvariante als gangbare Alternative. ;)
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 10.02.2018 23:16

:winken: gelöscht.
Zuletzt geändert von Wen-Astar am 10.02.2018 23:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Pikephish » 11.02.2018 09:07

Hallo,

kann leider zur Lösung Deines Problems nix Erhellendes beitragen, versteh Dich aber sehr gut. Da ich zwar keinen großen Nutzgarten habe, dafür meine Kinder noch sehr klein sind bin ich auch ein starker Verfechter des Pareto-prinzips geworden.

Viele Grüße, Petra
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 17.02.2018 14:06

Mittwoch gab es endlich ordentliche Wasserwerte.

Karbonathärte 15 (wie erwartet)
Gesamthärte 7 (3 bis 5 weniger als erwartet)
pH 8 (1 höher als erwartet)
No2 0 (wie erwartet)
No3 10mg/l (wie erwartet)
PO4 0,2mg/l
Fe 0,1mg/l
Leitwert 895

Mit dem Leitwert kann ich nicht wirklich was anfangen, er beschreibt den Salzgehalt des Wassers, aber mir fehlt der Referenzrahmen.
Über Eisen ... naja ... ohne Worte. Trotz stark cheliertem Dünger.
Die Gesamthärte ist so 3 bis 5 Stufen geringer als erwartet. Nach eingehender Diskussion mit dem Aquarianer kamen wir darauf, dass die zwei Wurzeln im Aquarium wohl die Härte senken. Ich werde jetzt also beim Wasserwechsel mit nicht enthärtetem Wasser (bei uns GH 24-27) verschneiden, um die Härte hochzuhalten.
Wem ich für den pH-Wert aufs Dach steige, weiß ich noch nicht. Der alkalische Wert erklärt aber die offenen Hände meines Mannes und meine extrem trockene Haut sehr gut. Die Haut-Symptome treten bei uns zyklisch auf. Wir haben es bisher immer auf Stress geschoben, aber ich glaube, ich werde mich mal beim Wasserwerk erkundigen, was sie sich dabei denken. Bis pH 8,4 ist beim deutschen Trinkwasser ja erlaubt.

Veränderungen am Aquarium:
photo_2018-02-17_13-43-31.jpg

Ich habe mir ebenfalls am Mittwoch ein Herz gefasst und das Aquarium restlos ausgeräumt und geputzt. Die ersten 130 Liter abgepumptes Wasser waren OK, die 20 Liter Bodensatz waren ... übelst. Ich habe beim Abpumpen von Jauche aus dem Schweinestall geholfen, das hat gesünder gerochen. Der alte Kies wird im Frühling nach einer Wäsche im Zisternenwasser als Substrat für meine Bonsai herhalten, das Aquarium hat jetzt einen nicht primär aktiven Nährboden und neuen Kies/Sandboden.

photo_2018-02-17_13-50-05.jpg

Die Pflanzen habe ich bei der Aktion ausgepflanzt, in einer Wasserkiste zusammen mit den Fischen zwischengelagert und später wieder zurückgepflanzt. Dabei habe ich die Biomasse stark reduziert und alle kranken Pflanzenteile großzügig zurückgeschnitten. Echinodorus hat mich überrascht: In 4 Wochen hat die Pflanze 30cm lange, flach verzweigte Wurzeln gebildet.

Gleich im Fluss habe ich die Beleuchtung um eine 5-Farben-LED (Grolux in LED) erweitert und die ganze Anlage mittels Dimmer auf 70% Leistung gedrosselt. Damit steht den Pflanzen gegenüber vorher etwas weniger Lichtmenge, dafür aber viel mehr Lichtfarbe zur Verfügung. Die Dimmschaltung kennt auch Sonnenauf- und Untergang, den ich mal aus Jux und Dollerei mit programmiert habe. Ich kann berichten, dass die Fische jetzt auf einmal "Dämmerungsverhalten" zeigen. Zumindest für den Wels ist die Dimmerei ein Stück zusätzliche Lebensqualität.

photo_2018-02-17_13-50-17.jpg

Der Aquarianer war sehr besorgt um meine Filterbakterien und hat mich zu einer Flasche Starterbakterien überredet. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich notwendig war. Die Pumpe lief ja ständig, erst im Aquarium und dann als lebenserhaltendes System in der 50l-Kiste, die ich als Auslagerungsbecken benutzt habe.

photo_2018-02-17_13-50-26.jpg

Im Zuge der Umbaumaßnahmen flog auch die Klischee-Rückwand raus. Ich habe nur erst die Fotofolie entfernt und dann wurde mir klar, dass ich gar keinen Ersatz im Haus habe. Also habe ich einen Stoff, den ich in Erwartung des Sommers mit Indigo handgefärbt habe, von Hosenbein zu Rückwandersatz umgewandelt.

Startdüngung war wieder eine Erstdüngedosis Ferropol. Ich werde demnächst wohl auf das Dennerle-System umstellen, das deckt eine größere Bandbreite an Nährstoffen (und potentiellen Baustellen) ab, obwohl mir die sehr geringe Nährstoffdichte (und damit der hohe Preis pro Liter) ein Dorn im Auge ist.


Problemchen:
Die *** (zensierte Adjektive) Pumpe ist super-anfällig für Strömungsabrisse durch mit angesaugte Luft, und das Nachfüllen von Wasser ins System extrem umständlich. Pumpenzicken haben mich beim Rein- und Rauspumpen des Wassers gut 2 Stunden zusätzlich gekostet. Zwischendurch dachte ich schon, das Teil hätte ganz den Löffel abgegeben.

Zum Trennen der einzelnen Sand/Kiesfraktionen wollte ich 35-70mm - Flusskiessteine aus dem Dachgarten verwenden. Nur habe ich auf Gedeih und Verderb den alten Sack Steine nicht mehr wiedergefunden. Wahrscheinlich habe ich das Ding irgendwann verschenkt und das dann vergessen. Also habe ich in einer gewissen Eile unsere Setzkästen von den angesammelten Halbedelsteinen befreit und die nach einem Kontrollbad in Essigwasser als Trennmaterial herangezogen. Sogar meine selbstgefundene Ostsee-Flintknolle wurde zwangsverpflichtet. Der schwarze Ammonit (Ceratit) war leider nicht säurefest.

photo_2018-02-17_14-04-50.jpg


Schon beobachtete Veränderungen:
Die Pflanzen hatte ich stark zurückgeschnitten, aber sie wachsen gerade wie Unkraut.
Bacopa treibt unter den Schnittpunkten symmetrisch aus und hat in zwei Tagen schon ein Blattpaar und eine aktivierte Knospe produziert. Shinnersia Rivularis baut auch fleissig neue deutlich panaschierte Blätter mit kurzen Internodien, und die Cryptocoryone treibt neue Blätter. Nur Echinodorus lässt sich Zeit ... ich vermute aber, dass da im Wurzelbereich einiges los ist.

Microsum habe ich Zweig für Zweig auseinandergepflückt und als Bodendecker eingepflanzt. Die Pflanzen machen kaum etwas Sichtbares, aber die Korallenplatys haben sie auch noch nicht erfolgreich aus dem Boden gezupft.

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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 27.02.2018 16:19

Ich habe die letzten drei Tage jeweils einen 10l-Miniwasserwechsel mit nicht enthärtetem Wasser gemacht. Da ranzukommen ist etwas schwierig, da es im ganzen Haus keinen Hahn mit Originalwasser mehr gibt. Ich musste also immer warten, bis die Sonne die Südseite des Hauses über 0 Grad erwärmt hat und dann das Gartenwasser anstellen, eine Kanne Wasser (10l) zapfen, Wasser abstellen, Leitung entwässern. Ganz schön viel Aufwand für eine Kanne mit 27°dGH.

Mit den Wasserwechseln komme ich jetzt auf
15°dH Gesamthärte und
15°dH Säurepufferungspotential.

Gleichstand der Werte ist noch nicht ideal, aber schon mal besser als das grobe Ungleichgewicht zuvor. Sorge macht mir immer noch das alkalische Wasser. Es komnt schon mit pH 8 aus der Leitung, und bei Platys und den Pflanzen steht eher pH 7,5 auf dem Wunschzettel.

Ich weiss, dass Säuren den kH und pH gut senken können, bin mir aber uneins, ob ich Essig- oder Zitronensäure so einsetzen kann und will. Torf kommt mir nicht ins Haus, und so einen teuren pH/KH - Senker zu kaufen sehe ich nicht ein.
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Re: 160l übernommenes Aquarium: Mittelamerika

Beitragvon Wen-Astar » 01.03.2018 10:21

Einfach zur Doku:
Ich strebe für mein Wasser eine

Gesamthärte von 20°
Karbonathärte (Säurepufferungspotential) von 16°
pH-Wert knapp unter 8

an. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, wenn man sich nicht festlegt. Neulich wollte mir jemand erzählen, dass dich Salmler toll zu den Platys passen würden. Ich bin daheim aus alken Wolken gefallen, als ich die Wasseransprüche der meisten Salmler gelesen habe.
Zuletzt geändert von Wen-Astar am 01.03.2018 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
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