lieber ein Fisch weniger in den Beutel

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lieber ein Fisch weniger in den Beutel

Beitragvon eumel6 » 21.10.2015 17:27

Hallo,

warum lieber einen Fisch weniger in den Transportbeutel?
Bei Transportbeutel wird oft nur an ausreichend Sauerstoff und eine mögliche? CO2-Vergiftung gedacht. Schon einmal etwas von Selbstvergiftung der Fische gehört oder gelesen?
Nehmen wir mal so einen Transportbeutel. Füllen ihn mit 2 Liter Wasser und setzen satt so 20 Fische a 1g ein. Dann schleppern wir den Beutel einen ganzen Tag durch die Republik.
Was passiert? Unsere Fische verbrauchen nicht nur Sauerstoff und erzeugen Kohlendioxid. Nein unsere Fische geben auch Ammoniak ab. Nach Dr. Kassebeer bis 0,05% des Körpergewichts pro Tag, bei Krause 0,03% (Aquarienwasser S.21). Klingt nicht viel, aber legen wir das mal um.
Nehme ich die 0,05% von Dr. Kassebeer komme ich bei 10g Fisch auf einen 1l bereits nach 24 Stunden auf einen Wert von 5mg/l! Ammonium.
Ammonium steht mit dem giftigen Ammoniak in Abhängigkeit vom pH in einem Verhältnis.
Dazu Krause S.23 "Ab 0,2 mg/l Ammoniak nimmt die Atmung deutlich zu, und nach wenigen Tagen sind Todesfälle zu erwarten". Dementsprechend stuft Krause Werte ab 0,2mg/l Ammoniak bereits als akut gefährlich und ab 0,02 mg/l als kritisch ein.
Bei einem Gesamtwert Ammonium/Ammoniak von 5mg/l haben ich die folgenden Ammoniak-Werte(Interpolation nach Krause)
pH 7 0,03mg/l - bereits kritisch
pH 7,5 0,095mg/l kritisch

pH 8 0,285mg/l akut gefährlich

Also lieber ein paar Fische weniger in den Beutel als das Volumen auszureizen.

gruß jo
eumel6
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Re: lieber ein Fisch weniger in den Beutel

Beitragvon Christian » 21.10.2015 18:03

Hi

leider kann mit der Maßeinheit 1Gramm Fisch so gar nix anfangen :( Ich hab einfach meine Fische noch nie gewogen und so einzelne Gramm in der Hand zu schätzen nunja das ist auch nicht meine Stärke. Ich geh jetzt einfach mal von einen "normalen 3-4cm großen Salmler" aus, ich hoffe das kommt da irgendwie in etwa hin.

Wenn ja würde ich in einem 2l Beutel aus dem Bauch raus folgende Transporte bedenkenlos durchführen (wenn die Temperatur im Rahmen gehalten wird, also möglichst nicht bei -10°C im Fahrradrucksack ;) im Auto kann man ja z.b. das Auto schön auf 20°C temperarieren und hat damit dann keine Probleme).

20 Fische in 2l: maximal 4 Stunden wobei ich selbst da schon fast ein wenig bammel hätte
10 Fische in 2l: maximal 8 Stunden
alles darüber würde ich persönlich nur so transportieren, das ich die Fische im Auge habe und notfalls auch mal etwas Wasserwechseln oder belüften kann. Wenn ich 2l Wasser mit Fisch transportier, kann ich durchaus auch nen Kanister mit 5l Frischwasser mitführen, der ermöglicht mir 2x einen kompletten Wasserwechsel. Im Auto fahr ich ja normalerweise keine 8 Stunden durch sondern mach auch mal ne Pause, da kann ich dann nicht nur für mich was tun sondern durchaus auch mal für meine Fische.

Das ganze sind nur Werte aus dem Bauch, der längste Transport meinerseits waren 5 L183 mit ca. 5cm in ca. 1,5-2l Wasser über 5 Stunden (war für mich grenzwertig, bei längeren Transport hätte ich mal Wasser gewechselt oder so gerade weil L-Welse bekanntlich sehr sauerstoffbedürftig sind, sie waren nur in einer Tüte ohne Belüftung o.ä.), die Tiere kamen kerngesund hier an und denen geht es immer noch absolut prächtig, keine Langzeitschäden o.ä. zu bemerken.

Ich hab mit meinen Zahlen jetzt die NH3/4 Werte nicht ausgerechnet, darfst du gerne nachholen ;) und bessern sich die Werte evtl. nicht auch, wenn man den Fischen 1-2Tagen davor nix zu fressen gibt (= weniger Ausscheidungen)? Mach ich z.b. oft wenn ich weiß das bei mir Fische abgeholt werden, die bekommen dann am Tag zuvor nix mehr obs wirklich hilft Fragezeichen?!

mfg

Chris
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Re: lieber ein Fisch weniger in den Beutel

Beitragvon eumel6 » 25.10.2015 15:41

Zuletzt geändert von eumel6 am 25.10.2015 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: lieber ein Fisch weniger in den Beutel

Beitragvon Christian » 02.11.2015 12:32

hi

dann lag ich ja gar nicht so falsch. So ich hab neue Erfahrungen:

Am Freitag hatte ich 6 L38 in ca. 4cm Größe mit nach Hannover zu nehmen. Blöderweise hatte ich nur relativ kleine Transportbeutel, ich schätze mal auf ca. 1l Größe. Demnach hab ich die 6 Tiere auf 3 Beutel verteilt ca. 50% Wasser und 50% Luft also jeweils ca. 0,5l (die 1/3 und 2/3 Regel war mir etwas zu heftig wenig Wasser bei den kleinen Beutel deshalb hier etwa 50/50) und morgens um 5Uhr eingetütet. Transportiert wurden sie am Beifahrersitz in einer Styroporbox die nicht speziell vorgewärmt oder so wurde sondern einfach aus der Wohnung genommen wurde. Die Beutel hab ich liegend transportiert (höhere Wasseroberfläche -> besserer Sauerstoffaustausch) Kurz nach Kassel hab ich dann mal eine Pause gemacht, dies war um ca. 8:30Uhr. Natürlich dabei auch mal kurz nach den Fischen geguckt und wie ich so aufmache:



schwimmen die da drinnen herum als wäre es ihr Aquarium, nicht mal die Schreckfärbung war so extrem wie erwartet sondern sie sahen wirklich gut aus, Wasserwechsel o.ä. hab ich mir komplett erspart auch nicht die Tüten geöffnet o.ä. Um 10 Uhr war ich dann am Ziel und seine Frau nahm die Fische entgegen da er erst um 12:15Uhr aus der Arbeit kommt. Die Fische sahen auch hier Topfit aus und so stellten wir die Beutel in einem Eimer und diesen aufs Sofa (nicht unbedingt auf den kalten Fußboden). Die Rückmeldung die ich bekam in etwa, den Fischen geht es super, einsetzen um 12:30Uhr kein Problem und alle topfit.

Soweit meine neue Erfahrung in diesem Bereich.

mfg

Christian
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