Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

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Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 03.12.2015 16:43

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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon Christian » 03.12.2015 18:50

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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 03.12.2015 19:09

Hallo christian,
stimmt - ich war zu sehr bei den Milligramm. Mit nur 20mg/l Salz wird es auch wohl nichts mit Artemia. g/l oder mg/l ist aber das gleiche Bezugssystem.

gruß jo
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 10.12.2015 23:21

2. mg/l NH4-N, NO2-N, NO3-N

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die Einheit mg/l nicht günstig für die Beschreibung von Verhältnissen bei biochemischen Prozessen, z.B. bei der Nitrifikation. Um hier eine Vergleichbarkeit zu haben, erfolgt ein Bezug nur auf den Stickstoff mit der Kennzeichnung als NH4-N, NO2-N oder NO3-N.
Zur Erläuterung: Aus 14 mg/l NH4-N, die 18 mg/l NH4 entsprechen, werden im Zuge der Nitrifikation 46mg/l Nitrit. und dann 62mg/l Nitrat. Die 60mg/l Nitrat entsprechen dabei 14 mg/l NO3-N. Man beachte: 14mg/l N-NH4 sind gleich 14mg/l N-NO3!
Dieses Einheitensystem ist stärker in der Teichwirtschaft und für Gartenteiche verbreitet und spielt kaum eine Rolle in der Aquaristik. Es gibt aber Nitrittests, deren Farbskala auf diesem System beruht. Weiterhin trifft man häufig in der Literatur Angaben zur Toxität von Nitrit, bei denen die Maßeinheit mg/l NO2-N verwendet wird (LC50-Werte).
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 14.12.2015 16:18

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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 10.02.2016 17:37

4. Grad deutscher Härte(°dh)
Ein wichtiger Parameter zur Charakterisierung von Aquarium- oder Naturwässern ist die Wasserhärte. Jeder Aquarianer wird zumindest in Foren in relativ kurzer Zeit über die Einheit °dH gestolpert sein und auch der Zoohandel führt diese Einheit auf den einzelnen Artschildern.
Bild
Früher waren Grad deutscher Härte sogar amtliche Einheiten in Deutschland und Österreich. Dabei war 1 °dH formal als 10 mg CaO je einem Liter Wasser definiert. Der andere Härtebildner Magnesium wurde als hierzu äquivalente Menge (7,19 mg MgO pro Liter) definiert. Die Festlegung auf CaO vermute ich aufgrund der Analyseprozesse, da sich Kalziumkarbonat ausfällen lässt, zu CaO ausglühen und verwiegen. Der Faktor 10 dürfte der Vermeidung zu mehrstelliger Zahlen gedient haben – statt 100mg CaO nur 10°dH.
Heute werden die molaren Angaben gesetzlich gefordert, in der Praxis gibt der Wasserversorger aber die Gesamthärte in °dH an.
Für den Umrechnungsfaktor gilt: 5,6 °dH (deutsche Härtegrade) entsprechen1 mmol/l Erdalkaliionen.
Werden die Analysedaten in mg/l Erdalkaliion angegeben, dann gibt es folgende Umrechnungsformeln:
Härtegrad des Wassers in mmol/l =(Cal-Wert in mg/l)/40+(Mg-Wert in mg/l)/24,3
Härtegrad des Wassers in °dH = 0,14(Cal-Wert in mg/l)+0,23(Mg-Wert in mg/l)

Auf die Härtegrade anderer Länder möchte ich nicht eingehen. Nur daraufhinweisen, dass man bei wikipedia Ungereimtheiten zu ppm findet.
Zuletzt geändert von eumel6 am 10.02.2016 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 12.02.2016 21:11

5. pH-Wert
Eine bei Aquarianern sehr bekannte Größe ist der pH-Wert, über den man eine Aussage treffen kann, ob saures oder basisches Wasser vorliegt.Definiert ist er als der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionen-Aktivität und wird als eine dimensionslose Zahl dargestellt.
Der Begriff Wasserstoffionenaktivität sagt noch nicht über eine Beziehung zu einem Konzentrationsmaß aus, die sich aber dadurch ergibt, dass das Aquarienwasser wie eine verdünnte Lösung behandelt werden kann, wobei der pH-Wert in Näherung dem negativen dekadischen Logarithmus des Zahlenwertes der Stoffmengenkonzentration der Oxoniumionen (H3O+) in Mol pro Liter entspricht(Aktivität rund 1).
Analog zum pH-Wert wurde auch ein pOH-Wert Als negativer dekadische Logarithmus der Maßzahl der Hydroxidionen-Aktivität (in mol/dm³ bzw. mol/l) definiert.
PH und pOH-Werte hängen über das Autoprotolysegleichgewicht zusammen:
pH+pOH=14 (bei 25°C)
Bitte beachten:
Wird ein Wasser mit einem Wasser mit pH unter 7 mit einem Wasser mit einem pH über 7 gemischt, dann kann der pH nicht nach den Logarithmengesetzen berechnet werden, weil eine Säure-Base-Reaktion vorliegt.
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon jsc0852 » 13.02.2016 05:03

Moin Jo,

wunderbar erläutert, hätte ich nicht besser machen können :D :lobster:

Nur, rein mit der chemischen Definition, deren Zusammensetzung und Verhalten ist dem "Normalaquarianer" nicht geholfen, bzw. ist dieser damit auch leicht überfordert.

Ein besserer Ansatz wäre meines Erachtens, da wir hier ja eigentlich beim Thema Messen sind, wie man Werte möglichst genau messen kann und was viel wichtiger ist, wie diese stabil halte oder verändere mit möglichst geringen Aufwand. Nicht jeder hat und will zuhause einen Chemiebaukasten haben, eine Osmoseanlage aufbauen oder hat die Möglichkeit Wasser aus der Regentonne zu nehmen.

Wenn ich mir das Bild deines Macmasteris anschaue, dann sind da Wasserwerte gegeben in welchem sich das Tier am wohlsten fühlt. Wie kann ein Hamburger, Berliner, Münchener etc. mit unterschiedlichen Ausgangswasser mit verträglichen Aufwand diese Werte erreichen und vor allem, wie werden diese Werte, ebenfalls mit geringem Aufwand, stabil gehalten.

Viele unter uns sind berufstätig und können von daher auf die Chemie tiefgreifender nur am WE Einfluss nehmen.
Von daher finde ich den Ansatz von dir gut, allerdings für manche zu "Heavy" und nicht unbedingt zielführend, wenn es um meine o.g. Punkte geht.
Gruß aus dem Norden

Jörn
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie - Messen Teil 2

Beitragvon eumel6 » 13.02.2016 20:50

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