Lektionen zur Aquarienchemie – der Einstieg

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Lektionen zur Aquarienchemie – der Einstieg

Beitragvon eumel6 » 24.11.2015 14:58

Die Aquarienchemie ist ein beliebtes, berüchtigtes Forenthema. Viele user und Aquarianer haben eine Allergie bezüglich der Aquarienchemie. Zum Teil verständlich. Beliebt war sie eine Zeit lang bei Newbies, weil man sein erworbenes Wissen oder sagen wir besser Pseudowissen, zur Belehrung eines noch größeren Anfängers verwenden konnte.
Die Fixierung auf nachprüfbare und somit messbare Umgebungen ist zur Massenhysterie verkommen. Allerorts wird nach Wasserwerten geschrien und wer keine Wasserwerte hat, der ist ein Outlaw. Er kann nicht Fuss fassen in der Gilde der Onlinewächter über GH, LF und pH.
(aquaristik-normal.de)
Dieses Schema der 2000er Jahre ist nicht mehr so offensichtlich, hat sich aber in geschickten Nischen erhalten.
Wenn ich mich der Aquarienchemie nähere, stehen am Anfang 2 Hauptfragen:
Brauche ich überhaupt die Aquarienchemie?
Vorab dazu als Denkanstoß. Der Kölner Dom ist ohne großartige statische Berechnungen im heutigen Sinn in Angriff genommen worden und heute brauche ich bereits für eine „Hundehütte“ die Statik.
Das wenn und aber werde ich versuchen in einem weiteren Thread zu betrachten.
Und wie nähere ich mich der Aquarienchemie?
Ich werde einfach in das volle Menschenleben sorry Forenleben greifen und ein paar Beispiele betrachten. Diese Beispiele werfen eine Reihe theoretisch-praktischer Fragen auf, die in gesonderten Threads behandelt werden. Also greifen wir ins volle Leben und nehmen, weil es so schön typisch ist, eine Anleihe aus einem anderen Forum.

Hallo zusammen,

gestern habe ich damit angefangen, meine Wasserwerte genaustens zu protokollieren und zu testen.
Ja, das mit dem Testen ist die eine Sache, das mit dem Verstehen eine andere... Daher würde ich gerne jemanden mit Erfahrung über die Werte schauen lassen, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht.

Hier schlägt also jemand auf, der auf die Aquarienchemie gestoßen ist und liefert uns auch gleich seine Werte.

Temperatur: 26,8°C (Becken läuft ohne Heizung stabil auf dieser Temperatur)
KH: 6
GH: 5
PH: 7,4
Leitfähigkeit: 279-280 µS
NH4: nn (nicht nachweisbar)
NO2: nn
NO3: 1
CU: nn
FE: nn
PO4: nn
CO2: 7


Und es kommen auch die Fragen, Meinungen

Kann mir jemand, der sich mit der Materie auskennt, etwas zu den Wasserwerten sagen? Ich kann sie nur schlecht interpretieren und daraus ableiten. Evtl. mache ich mir auch einfach nur ins Hemd, weil ich die Werte nicht verstehe, aber eigentlich alles OK ist?!


Dann stürzen wir uns einmal rein.
Ich habe ein paar Bücher zur Hilfe noch aufgetürmt:
- Ratschlag für jeden Gartentag
- 2 Bände Brockhaus ABC Chemie
- Organikum
- Aquarienwasser
- Die optimale Aquarienkontrolle
- Schlegel Mikrobiologie
Die erste Frage ist, muss ich mir das antun? Das werde ich versuchen, in einem Grundsatzthread zur Rolle und Stellung der Aquarienchemie in der Aquaristik zu erörtern.
Und zum Aufwärmen starten wir in einem anderen Thread mit etwas Messen.
Zuletzt geändert von eumel6 am 24.11.2015 20:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie – der Einstieg

Beitragvon jsc0852 » 24.11.2015 19:21

Moin Jo,

da bin ich echt gespannt wie es weitergeht. Die Einleitung liest sich echt interessant und ich war etwas über das aprute Ende enttäuscht.
Warum eigentlich für alles einen eigenen Beitrag? Wäre es nicht interessanter alles in einem zu schreiben und Christian sperrt die Antwortfunktion. Diskutiert könnte dann in einem separaten Beitrag werden. Liest sich dann m.E. etwas flüssiger, als wenn ich von Beitrag zu Beitrag hüpfe und du es ggf. noch verlinken musst, damit die nachfolgenden gefunden werden.

Was mir in deinem Beispiel noch aufgefallen ist, ist dass Anfänger ja eher mit Teststreifen oder Tropfen arbeiten.
Da einen pH von 7.4 zu messen ist schon gewagt. Wenn ich dann noch bedenke, dass der "publizierte" korrekte CO2 bei 10mg losgeht sind die angegebenen 7 zu wenig. Also CO2 reinblasen und hoffen, dass der pH nicht komplett in den sauren Bereich abgleitet. Oder mehr Pflanzen, die es produzieren.

Bin gespannt wie es weitergeht......
Zuletzt geändert von jsc0852 am 24.11.2015 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß aus dem Norden

Jörn
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie – der Einstieg

Beitragvon eumel6 » 24.11.2015 21:05

Hallo Jörn,

die ganze Problematik der Aquarienchemie kann man sehr tief treiben. Unter Umständen bis zu den Anfängen der Quantenchemie. Dann sind wir aber mindestens 3 Nummern zu weit gegangen.
Hier wird das Stichwort gegeben, ob dieses oder jenes stimmt. Wesentliche Teile vom Fachchinesisch, um diese oder jene Aussage detailierter zu erklären, möchte ich auslagern. Es soll jeder selbst entscheiden, wie weit er sich reinkniet, ob er sich die Verlinkungen antut.
Wir haben z.B. allein schon 4 Maßeinheitensysteme zur Verfügung
mg/l (ppm)
mmol/l
mg/l N-NH3
°dH
Dazu kommt bei ein paar Fragestellungen(Löslichkeit von Gasen) noch der Begriff Partialdruck.
Ich bin der Auffassung, dass wenn ich das hier schon in den Schreibfluss bringe, dann verdreht der Leser die Augen und fällt tot vom Hocker oder im günstigsten Fall schreibt er: Der Jo spinnt.

gruß jo

p.s.
Da einen pH von 7.4 zu messen ist schon gewagt. Wenn ich dann noch bedenke, dass der "publizierte" korrekte CO2 bei 10mg losgeht sind die angegebenen 7 zu wenig. Also CO2 reinblasen und hoffen, dass der pH nicht komplett in den sauren Bereich abgleitet. Oder mehr Pflanzen, die es produzieren.

Hier hast du dich ein paar mal versegelt bzw. verschrieben.
Pflanzen verbrauchen mehr CO2 als sie produzieren.
Um die Problematik zu betrachten, müsste ich querverweisen auf
- Maßeinheitensysteme
- Messen und Messfehler
- das Massenwirkungsgesetz und sein Anwendungsfall die CO2-Tabelle
- CO2-Messung

Die Konsequenzen sind, dass die 7mg/l CO2 nicht stimmen werden, da stark fehlerbehaftet. Und ob die 10mg/l CO2 überhaupt erforderlich sind - nächstes Fragezeichen. Na ja und bei der KH gleitet nichts ganz so schnell unter 7 geschweige unter 6,5.
Zuletzt geändert von eumel6 am 24.11.2015 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lektionen zur Aquarienchemie – der Einstieg

Beitragvon eumel6 » 01.12.2015 14:11

Machen wir konkret weiter. Es wird nach einer Aussage zu den Wasserwerten gefragt. Und da kommt Problem 1. Wie verlässlich sind die angegebenen Werte?


Temperatur: 26,8°C (Becken läuft ohne Heizung stabil auf dieser Temperatur)
KH: 6
GH: 5
PH: 7,4
Leitfähigkeit: 279-280 µS
NH4: nn (nicht nachweisbar)
NO2: nn
NO3: 1
CU: nn
FE: nn
PO4: nn
CO2: 7


Fangen wir einmal mit der Temperatur an. 26,8°C klingen doch gut und irgendwie genau. Steinzeitmensch Jo hat zur Zeit nur Glas-Alkohol-Thermometer und kann nur auf 1°C genau ablesen. Ja stimmen aber diese 26,8°C überhaupt und brauche ich diese Genauigkeit. Also mit einem Glas-Alkohol-Thermometer sind sie nicht gemessen worden. Also elektronisch mit einem Temperaturfühler und einer elektronischen Ziffernanzeige ausgegeben. Nur ist der Temperaturfühler eingemessen und kalibriert? Bei den Glasthermometern gibt es gewisse Produktionsschwankungen.
Sie sollten untereinander sich nicht mehr als 1°C unterscheiden. Ab 2°C Unterschied in den Müll mit den entsprechenden Thermometern. Ok nicht ganz so drastisch – man kann die Thermometer kennzeichnen und den systematischen Fehler vermerken und dann bei der Messung berücksichtigen. Also der genaue Wert von 26,8°C wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht exakt stimmen.
Und dann wird es neckisch - „läuft ohne Heizung stabil auf dieser Temperatur“. Das können wir als kleinen Scherz betrachten. Dann dürfte die Raumtemperatur keinen Schwankungen unterliegen und die Beleuchtung als Wärmequelle müsste auch die ganze Zeit brennen.
Dazu kommt, dass ausgehend von der Wärmequelle, sich ein Temperaturgradient im Aquarium ausbildet. Im Extremfall einer Heizung bei ungenügend umgewälzten Wasser sind bei einer Aquarienhöhe von 60cm 3°C Differenz zwischen Oberfläche und Boden drin.
Eine Konstanz von 26,8°C über den ganzen Tag und und das ganze Aquarium ist unwahrscheinlich. Brauchen wir auf der anderen Seite auch nicht als Aquarianer.
Fazit
Eine Temperaturangabe von 26-27°C wäre korrekter gewesen und für unsere Zwecke auch ausreichend genau.
Die Beurteilung dieser Temperatur für Pflanzen und Tiere hängt vom konkreten Besatz ab. Da kann man pauschal nichts dazu sagen.
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