Futterkunde III mit jo

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Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 26.08.2015 22:10

Hallo,

heute wieder Praxis und Therie der Futtertierzucht bunt vermischt. Diesmal mit mir meht in der Rolle des Lehrlings und Testers.
Es geht um
schwarze Mückenlarven

Erstmal etwas Theorie
Schwarze Mückenlarven sind die Larven der Stechmücken(Fam. Culicidae), die sich in 2 Unterfamilien unterteilt
- Culicinae mit der Hauptgattung Culex(Hausmücken)
- Anophelinae mit der Hauptgattung Anopheles(Malariamücken)
Beide Gattungen sind in Mitteleuropa verbreitet. Die Unterschiede zwischen beiden versuche im Laufe des Threads aufzuzeigen. Ich bin zwar nicht scharf auf Anopheles, hoffe aber dass mir welche als Material in die Hände fallen.

Als Beifang beim Tümpeln kenne ich sie schön lange, habe aber bisher noch nicht systematisch einen Anlauf zum züchten unternommen. Die Zucht steht aber im Jahresplan für 2015 und aus dem Budget knapp 6€ für eine neue 60LMörtelwanne locker gemacht.
In den Foren wird immer die Verwenung von Brennesseln als Lock- und Futtermittel propagiert, die eine nicht so toll riechende Futterjauche ergeben sollen. Von Jauche bin ich nicht so begeistert, aber vielleicht gibt es Alternativen.
Ich bin dann durch ein anderes Thema wieder mal auf den Seiten von Herrn Splett gelandet. http://www.afizucht.de/html/schwarze_mueckenlarven.html
Lassen wir ihn zu Wort kommen:
Vorneweg: die beste und einfachste Methode ist Gras vom Rasenmäher. Aber nicht einfach hinein kippen, loses Gras bekommt man schlechtGitterkorb_Th wieder heraus. Es ist überall und stört beim fangen der Mückenlarven. Man kann es in einen feinmaschigen Kunststoffkorb (Korb für die Zucht von Lebendgebärenden) geben - der Korb muß natürlich noch aus dem Wasser herausschauen. Oder man nimmt einen Kunststoffsack. Mit „Kunststoffsack” meine ich einen Kartoffelsack oder Getreidesack aus Kunstfasern -

Gras vom Rasenmäher - hm frisches oder getrocknetes(wäre dann eigentlich Heu). Einen Rasenmäher besitze ich und ein paar Grashalme stehen auch herum. Nur das Wetter spielte nicht mit, aber im Auffangbehälter war noch vom letzten Mal getrocknetes Gras(ja wer hat, hebt auf)
Anstelle eines Kartoffelsackes habe ich so einen Kunststoffsack für Orangen genommen. Dieser Sack dürfte auch feinmaschiger sein.
Am 19.08.2015 war dann der Start des Versuches. Die neue Mörtelwanne mit frischem Leitungswasser befüllt, trockenes Gras in den Sack und den Sack versenkt.
Das ganze sah dann so aus:
Bild
Und dann hieß es warten auf die Weibchen. In meine Wasserflohwannen hatten sich ja ab und zu Larven verirrt.
Noch ein bisschen allgemeine Theorie.
Die Weibchen saugen Blut zur Eireifung, während die Männchen harmolse Nektarschlürfer sind. Die Männchen sind an ihren buschigeren Fühlern(gefiedert) bei näherer Betrachtung leicht zu erkennen.
Culex legt die Eier in Eipaketen den sogenannten Schiffchen ab, während Anopheles und Aedes sie einzeln ablegen(Wikipedia). Wikipedia zeigt ein ca 7mm großes Schiffchen. Solch große Gebilde konnte ich bis jetzt nicht entdeckenWenn dann höchstens etwas in der Größenordnung von 2mm, aber ob das Eischiffchen waren?

Noch eine Zwischenbemerkung zur Ringelmücke oder Große Hausmücke (Culiseta annulata)
Die Larven schlüpfen drei bis fünf Tage nach der Eiablage. Die Dauer der Larval- und Pupalentwicklung ist temperaturabhängig. So wurden bei Wassertemperaturen von 20 bis 23 °C Entwicklungszeiten vom Ei zum Schlupf des erwachsenen Tieren von 18 Tagen festgestellt, bei 24 bis 27 °C nur 16 Tage. Bei Temperaturen von über 31 °C überlebten die Larven nicht.

Ich müsste mal wieder die Temperatur kontrollieren. Nach der Aussage vertragen Mückenlarven weniger Wärme als Wasserflöhe
Zuletzt geändert von eumel6 am 26.08.2015 23:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 28.08.2015 15:57

Am 19.8. hatte ich ja mit dem Ansatz begonnen. Ich hatte mit ca. 3 Tagen Eientwicklung gerechnet und war bis zum 26.8. enttäuscht, da ich keine Larven so richtig bemerken konnte und große Schiffchen waren auch eine Fehlanzeige. Ich stand schon kurz davor, den Behälter in den Schatten zu schleppen und einen Neuansatz mit Brennesseln zu machen, aber vorher führte ich noch eine Probekescherung durch, die dann endlich ein paar kleine Larven von ca. 2mm Länge erbrachte - Topaufzuchtfutter für Jungfische.
Gestern habe ich versucht, ein paar Fotos der Larven zu schießen.
Bild

Die Larven hängen mittels Atemrohr an der Wasseroberfläche in typisch senkrecht-schräger Haltung, was auf eine Zuordnung zur Unterfamilie Culicinae hinweist und mit großer Wahrscheinlichkeit die Gattung Culex(Ich muss nur noch eindeutige Eischiffchen finden.). Die akademische Frage ist, ob sich auch Anopheles ansiedeln, auf die ich nicht scharf bin, um an eigenen Bildern den Unterschied zwischen beiden Gruppen zu zeigen - Anopheles hängen waagerecht zur Wasseroberfläche.
Gefüttert wird nichts. Das Heu und die sich entwickelnden Einzeller müssen reichen. Eine Geruchsbelästigung ist bis jetzt kaum feststellbar.
Die Temperatur ist heute bis auf 23°C gestiegen. Am Wochende soll es wärmer werden. Dann heißt es abwarten, ob die 30Gradmarke geknackt wird und wie sich die Mückenlarven dann verhalten.
Zuletzt geändert von eumel6 am 28.08.2015 17:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 06.09.2015 20:24

Die Wochenendtemperaturen hätte ich höher erwartet. Am Sonntag waren es 32°C und am Montag 31°C. Die Mückenlarven haben es hingenommen und sind nicht abgestorben. Ich fische jeden Tag ab. So richtig zufrieden bin ich nicht mit der Ausbeute

Bild

gruß jo
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 15.04.2016 23:14

Hi,

mal ein aktuelles Bild zur Mückensituation.

Bild
Mehr oder weniger automatisch siedeln sich in solchen Behältnissen rote Mückenlarven mit an. Zur Zeit schlüpfen zumindest meine Mücken und dürften die nächste Generation vorbereiten. Zu sehen auf dem Foto einige leere Puppenhüllen und meiner Meinung nach eine geschlüpfe Mücke. Ich bin zwar noch näher herangegangen, aber das Bild ist nicht überzeugend geworden. Da fehlt mir halt Christians Technik.

gruß jo
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 18.04.2016 17:29

Hallo,

heute bin ich in die Mückensaison 2016 gestartet. Wieder die alte Mörtelwanne, die ich nicht von den Laubresten befreit habe und einen frischen Zwiebelsack vorbereitet, der mt der ersten angetrockneten Grasmahd und frischen Brennesselblättern gefüllt wurde. Ich bin gespannt, ob es die Brennesselblätter, die in einem Forum als Supertip verkauft wurden, wirklich bringen. Dann müsste ja zum Wochenende meine Wanne mit Mückenschiffchen überlaufen.
Bild
Und hier der Sack im Einsatz.
Bild
Der nächste Bericht folgt dann zum Wochenende.

gruß jo
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon jsc0852 » 18.04.2016 18:57

Moin Jo,

mein Nachbar ist kein Aquarianer, hat einen kleinen Gartenteich und behauptet, dass die Mücken loslegen, wenn es mehrere Tage deutlich über 15 Grad liegt. Dann benötigt er Mückenspray auf der Terrasse. Bin mal gespannt ob es bei den derzeitig doch geringeren Temperaturen was wird.
Zuletzt geändert von jsc0852 am 18.04.2016 18:58, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß aus dem Norden

Jörn
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 19.04.2016 14:20

Hallo Jörn,

wir haben in Europa über 100 Stechmückenarten, da wird sich wohl für jeden Fall eine finden, vorausgesetzt die Viecher fliegen überhaupt in der Gegend umher. Woanders fragte ein Glückspilz an, was er für Riesenlarven hätte. Er schien das Glück zu haben, dass bei im die Große Hausmücke( https://de.wikipedia.org/wiki/Culiseta_annulata) geeiert hat.

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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 24.04.2016 20:10

Hallo,

seit Freitag wiederholte Schiffchenkontrolle. Also von den großen Schiffchen von Culex pipiens und Co finde ich nichts. Es schwirren auch keine Stechmücken umher. Im Vergleich zu den reinen Wasserflohbehältern sieht die Oberfläche aber staubiger aus. Also nach irgendwelchen größeren Larvenmengen sieht es im Moment nicht aus. Hm nicht, dass die Stechmücke bei mir am aussterben sind oder die ganzen Lockempfehlungen für die Katz.

gruß jo
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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 14.05.2016 20:53

Hallo,

die Stechmücke muss bei mir vom Aussterben bedroht sein. Ein paar Larven haben sich zwar eingefunden, aber den Anteil an rote Mückenlarven schätze ich wesentlich höher ein.
Im Vergleich zu den beiden anderen Kübeln scheint dieser Behälter auch wesentlich attraktiver für Eintagsfliegen zu sein. Zumindest lagen die Toten fast auschließlich hier.
Bild
Bild vom 5.05.16

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Re: Futterkunde III mit jo

Beitragvon eumel6 » 18.06.2016 17:01

Hallo,

den Ansatz vom April für Stechmücken rechne ich als Flop ab.
Der so gepriesene Lockstoff Brennesselblätter war für diesen Ansatz enttäuschend.
Ich habe auch nicht vor mich mit solchen Meinungsmachern auseinanderzusetzen
also eine Handvoll Brennnesseln in den Bautrog funktioniert bei mir immer bestens. halbschattig im garten... zur zeit wimmelt es, so viel fisch hab ich gar nicht zu versorgen

Es hat bei mir April/Mai nicht funktioniert.
angedachte Ursachen
Mückenmangel
Mücken muss es geben, die haben aber woanders im Garten ihre Eier abgelegt. Minigewässer - stehengebliebenes Wasser auf einer Folie
Sonne-Halbschatten
Auch das Minigewässer war nicht im richtigen Halbschatten

Ich habe dann einmal auf meine Hochwassererfahrungen zurückgegriffen. Hochwasser heißt zig Resttümpel und mehr Mücken.
2013 hatten wie wieder ein deftiges Elbehochwasser und ich war viel mit dem Rad unterwegs und habe mir die Situation angesehen. Nach ca. einer Woche stand ich immer noch vor der Frage, wo die Stechmücken herkommen. Schattiger Waldpfütze - eigentlich das, was so immer propagiert wird, große Fehlanzeige. Eine Pfütze von ca 50 bin ich fündig geworden.l Zum tümpeln noch zu wenig und zu flach. Sonnige Restpfützen ebenfalls Fehlanzeige.
Größere Bestände n Stechmücken habe ich dann das erste Mal in/an einem Maisfeld hinter dem Deich gefunden, wo Grundwasser hochgedrückt war - ca 10-15cm tief. Beschattung durch den Mais aber auch voll Sonne.
Eine Standardstelle, wo der Laie Stechmücken vermuten würde, sind überschwemmte Wiesen. Auch alles andere als der Renner.
Bild
Das wäre so eine typische Wiese. Zum Teil bildet sich ein leichter öliger Film, auf der anderen Seite schwemmt es auf diese Wiesen auch Fischbrut aus.
In der Regel nicht überzeugend, so auch 2013.
Ich bin schließlich fündig geworden.
Bild
Ein überflutetes Getreidefeld in voller Sonne mit zurückgehendem Wasser. Durch das Getreide bildete sich langsam eine Art Jauche. Nix mit Halbschatten oder Schatten. Hinter dem Getreidefeld sieht man eine Waldkante. Dieser Wald war stellenweise auch überschwemmt und ich habe ebenfalls einen Blick reingeworfen. Laut Inetstrategen eigentlich die Topadresse für Stechmücken. Das Ergebnis: kaum Larven.
Bild
Die Waldpfütze sieht doch gut aus und trotzdem enttäuschend. Und weitere 50m entfernt saßen die Larven in einer Pfütze von 3-5cm Tiefe und einer Größe von ca 1x3m auf dem Radweg.
Das Ganze muss man nicht verstehen oder?

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