Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Alles was rund um die Aquaristik in kein anderes Forum passt, kann hier gepostet werden
  • Aquariumforum - Aquaristikfreaks

Willkommen im Aquariumforum der Aquaristikfreaks
Warum geisterst du hier eigentlich noch als Gast herum?
Hast du keine Lust, dich mit gleichgesinnten zu unterhalten, sei es nun im Forum oder auch im Chat?
Wir sind ein kleiner netter Haufen mit dem gleichen Hobby, der Aquaristik. Egal ob es um Zwergbuntbarsche, Guppys, Welse oder Salmler geht, egal ob Züchter, Profi, Händler oder Anfänger, egal ob Süß- oder Meerwasser:
Jeder ist Willkommen!
Hast du vielleicht auch Lust an der Fischdatenbank der Aquaristikfreaks mitzuarbeiten?
Anmelden und helfen! Eine Fischdatenbank von erfahrenen Usern für Anfänger
Die Anmeldung ist komplett kostenlos und dauert keine 3 Minuten

Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon eumel6 » 23.11.2015 17:57

Das Buch von Peter Schwindt „Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien „ ist in irgendeiner Internetdiskussion angeführt worden, ich war neugierig und fand eine Reihe positiver Rezensionen.
„Fazit: Für wenig Geld erhält der Käufer ein günstiges Büchlein, das seinen Preis auf jeden Fall wert ist und durch die besondere Aufbereitung auch die Chance hat, ein Highlight auf dem Buchmarkt zu werden. Dieses Buch verdient weite Verbreitung und gehört eigentlich in jedes Aquarium-Startset.“

Das hat meine Neugier noch verstärkt und Christian war so nett, es mir zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank Christian.
Aus dem einleitenden Teil hatte ich bereits den doppelten Knieschuss vorgestellt, aber gucken wir es näher an. Es ist schon interessant und aufschlussreich.

Erstes Gebot

Wählen Sie Ihr Aquarium nicht zu klein und bestücken Sie es richtig!

Den Begleittext zu seinem ersten Gebot unterteilt der Autor in 3 Abschnitte.

Abschnitt Die richtige Aquariengröße
Gleich vorgreifend, die einen Aquarianer interessierenden Fragen, was die richtige Aquariengröße ist und welche Faktoren bei der Auswahl zu berücksichtigen sind, werden vom Autor nicht beantwortet, statt dessen 3 Klischees bedient, von denen 2 bei näherer Betrachtung nicht viel mit der Thematik zu tun haben.

Das Klischee des Überbesatzes in Aquarien

„Die den Fischen in der Natur zur Verfügung stehende Wassermenge lässt jedes Aquarium nur als mickrig kleine Wasserpfütze erscheinen.“

Über diesen Ansatz, dass Fische in der Natur wesentlich mehr Platz haben, über unsere Aquarien sind überbesetzt, erfolgt eine Steigerung bis zum Vergleich der Massentierhaltung in unseren Aquarien im Unterschied zur Natur.
Man nehme einen Jungfischschwarm bzw. -schule in der Natur, stülpe darüber einen Glaskasten, bringe zusätzliches Futter durch Fütterung rein und organisiere die Schadstoffverdünnung durch ein leistungsfähiges Filtersystem, dann habe ich ein Stück Natur mit hohem Bestand in einem Aquarium realisiert. Und was wird dann aus dem Klischee?

Das Klischee der übermäßigen Keimbelastung unserer Aquarien

„Auch die Keimbelastung des Aquarienwassers liegt, wie uns Veterinärmediziner versichern, etwa eine Million höher als in der Natur, was ein bezeichnendes Licht auf die starke Belastung des Immunsystems unserer Zierfische wirft.“

Unsere Aquarien = Abwasserkloaken? Leider ist die Quelle der Veterinärmediziner nicht angegeben. Was wurde wo wie verglichen? Also eines unserer einheimischen, fischbesetzten Badegewässer, das im Sommer wegen zu starken bakterieller Belastung gesperrt wurde, wohl nicht.
Sicher auch nicht die Werte des Mekong zwischen Pfahlbauten, wo Welse gemästet werden. Und ob ein gering besetztes Aquarium wirklich keimmäßig millionenfach über einem Schwarzwasserbach am Amazonas liegt? Der Autor gibt uns keine Quelle, wo wir das nachlesen können.
Wenn der Autor konsequent wäre, müsste er dann im 3. Abschnitt einen UV-Klärer empfehlen . Aber weit gefehlt.
„Allein schon aus diesem Grund sind Sie,lieber Aquarianer dazu aufgerufen, bei der Wahl der Größe ihres Aquariums möglichst „großvolumig zu denken““.

Richtig. Also ab mit den 10 Neons aus dem 54lBecken in ein 500lBecken, dann müsste ich doch eine Chance haben von einer Million auf nur hunderttausendefache bakterielle Übermacht zu kommen. Schüttelt jetzt jemand mit dem Kopf?

Das Klischee der größeren biochemischen Stabilität von größeren Aquarien

Das „großvolumige“ Denken wird anhand von 2 Denkmustern erläutert, die schon mehr als hinlänglich strapaziert sind und dadurch auch nicht besser werden.
„Der Wärmeverlust im kleinen Wasserbehälter verläuft sehr viel schneller als im großen Behälter“.

Ja der kleinere Wasserbehälter hat im Verhältnis eine größere Oberfläche, durch die Wärme getauscht werden kann. Ist das aber relevant. Egal ob 54l oder 200l, beide Behälter haben sich nach Heizungsausfall innerhalb von 24h der Raumtemperatur angepasst. Und ein Heizungsausfall ist nicht der Regelfall.
Und wenn die Vertreter der größeren Becken dem Wärmeverlust so eine Bedeutung beimessen würden, dann müssten sie eigentlich die Goldfischkugeln propagieren, denn eine Kugel hat die geringste Oberfläche bei gegebenem Volumen.
„Je größer die Literzahl eines Aquariums, desto besser, weil sich nämlich Pflegefehler – Stichworte etwa „Überbesatz“ oder „Überfütterung“ - bei größeren Aquarien nicht ganz so schnell wie bei kleinen negativ bemerkbar machen.“

Diese Argumentationsschiene kommt einem aus vielen Foren bekannt vor und ist sehr kurz gedacht.
Nehmen wir die Überfütterung. Was vergleiche ich?
Einmal kippe ich durch Ungeschicklichkeit eine 50mlFischfutterdose in ein 54lBecken.
Kippe ich jetzt zum Vergleich eine 50mlDose oder eine 500mlDose in das 500lBecken?
Und genauso ist es mit dem Überbesatz.
„Das Angebot an Zierfischen in Zoohandlungen ist nämlich groß, ein 54-Liter-Aquarium aber vergleichsweise klein und also schnell überbesetzt.“

Dazu: Das Angebot in der Malawi-Abteilung ist ausreichend, um genauso schnell ein 300lBecken vollzustopfen. Die obigen Argumentationen greifen nicht, da sie stark subjektiv sind.
Was ist aber objektiv?
Objektiv ist der größere Wärmespeicher von größeren Becken. Objektiv ist, dass wenn 2 Eimer Wasser aus einem 54lBecken auslaufen, ich vielleicht noch mit dem Schrecken davon komme. Bei der vergleichbaren Menge aus einem größeren Becken habe ich den Gau.
Objektiv funktionieren kleinere Becken biochemisch besser. Wie denn das? Je größer das Becken desto höher wird es ausgeführt. Vergleichen wir einmal so ein 54lStandardbecken und 30cm Höhe mit einem Skalarbecken von 60cm Höhe. Nehmen wir jeweils ein Quadrat von 10x10cm an der Wasseroberfläche und am Bodengrund. Im Fall des Standardbeckens wird über dieses Quadrat der Gasaustausch für 3l Wasser realisiert, im Fall des Skalarbeckens aber für die doppelte Wassermenge. Das kleine Becken ist hier aufgrund seiner geringeren Höhe eindeutig im Vorteil. Und ähnlich sieht es mit der Filter- und Abbauleistung des Bodengrundes aus. 2 wichtige Umstände, die bei Beckendiskussionen vergessen und unterschlagen werden. Auch hier begeht der Autor den typischen Fehler und zieht stark subjektiv gefärbte Argumente heran, statt sich das System Aquarium näher anzusehen.
eumel6
Aquaristikfreak
Aquaristikfreak
 
Beiträge: 1318
Registriert: 11.12.2014 23:07
Hat sich bedankt: 41 mal
erhaltene Bedankungen: 185 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon jsc0852 » 23.11.2015 19:22

Moin Jo,

Finde ich gut, dass mal jemand mit den Klischees aufräumt und die Literatur auch mal in Frage stellt und nicht als gegeben oder gar als Gesetz ansieht. Ich habe deine Ausführung genussvoll gelesen und konnte nicht umhin mir als Nachtlektüre mal ein paar Bücher zurechtzulegen um diese nochmals mit kritischeren Augen zu überlesen.
Was ich allerdings nicht so recht verstehe ist

eumel6 hat geschrieben:Und ähnlich sieht es mit der Filter- und Abbauleistung des Bodengrundes aus. 2 wichtige Umstände, die bei Beckendiskussionen vergessen und unterschlagen werden. Auch hier begeht der Autor den typischen Fehler und zieht stark subjektiv gefärbte Argumente heran, statt sich das System Aquarium näher anzusehen.


Bei einem 54l Becken habe ich eine Grundfläche von ca. 1800cm2, mit einer angenommen Bodengrundhöhe von ca. 5cm ergeben sich 9000cm3 welche als Max. nutzbare Fläche zur Filtration und zum Abbau dienen können. Bei einem 250l Becken mit einer Grundfläche von 100x50 habe ich schon die ca. dreifache Grundfläche (5000cm2) und, wieder 5cm Bodengrund vorausgesetzt, mit 25000cm3 ebenfalls fast die dreifache Größe.

Anhand meines Beispieles erscheint mir hier die größere Beckengrösse doch sinnvoller als ein kleines Beckens, da m.E. der Biologische Abbauprozess doch besser ablaufen kann. Sicherlich habe ich ich bei dem Beispiel keinen Besatz oder die Fischgrösse und damit auch die anfallenden Ausscheidungen betrachtet sonder einfach nur die Größen gegenübergestellt, evtl. kannst du ja näher darauf eingehen.
Zuletzt geändert von jsc0852 am 23.11.2015 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß aus dem Norden

Jörn
________________________________________________________________________________________________________________________
Meine Becken: 200l Südamerika, 150l Südamerika, 120l Tanganjika, 60l (zzt. leer), 7l (zzt. leer), 2*12l Aufzucht & Quarantäne
Meine Fische: Corydoras Paleatus & Pygmaeus, Rineloricaria Lanceolata, Nematobrycon Palmeri, Gymnocorymbus ternetzi, Hemigrammus erythrozonus, Nannacara anomala, Pterophylum Scalare, L333, LDA16, Neolamprologus Multifasciatus, Otocynclus vittatus
*** Wisst Ihr wie viel Arbeit ein geplatztes 120l Becken macht? Ich leider schon! ***
Benutzeravatar
jsc0852
-
-
 
Beiträge: 518
Registriert: 12.08.2015 21:44
Wohnort: Hamburg
Hat sich bedankt: 9 mal
erhaltene Bedankungen: 78 mal
AIPD: Zu meinem Fischbesatz

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon eumel6 » 23.11.2015 20:00

Hallo jörn,

Bei einem 54l Becken habe ich eine Grundfläche von ca. 1800cm2, mit einer angenommen Bodengrundhöhe von ca. 5cm ergeben sich 9000cm3 welche als Max. nutzbare Fläche zur Filtration und zum Abbau dienen können. Bei einem 250l Becken mit einer Grundfläche von 100x50 habe ich schon die ca. dreifache Grundfläche (5000cm2) und, wieder 5cm Bodengrund vorausgesetzt, mit 25000cm3 ebenfalls fast die dreifache Größe.

Falsche Methodik. Du musst bei solchen Betrachtungen dich an finite Elemente anlehnen.
Beispiel zur Verfahrensweise.
Du hast ein Standardbecken 60x30 Fläche. Und du hast ein größeres Becken 180x60. In dieses größere Becken kannst du 6x die Grundfläche eines Standardbeckens reinstellen. Dann kannst du so ein Sechstel als finites Element Element betrachten - dieses Sechstel entspricht gleichzeitig einem Standardbecken. Es steht in beiden Fällen also die gleiche Fäche je Element für Filterung zur Verfügung. Worin unterscheiden sich aber beide Fälle. In der Höhe, weil der Aquarienbau wegen was weiß ich - sagen wir optischen Eindruck oder wegen der Skalarhaltung , bei größerer Länge die Becken höher baut. Damit muss dass größere Becken je Einheit Bodenfläche eine Filterleistung für ein größeres Volumen erbringen. Über der Bodenfläche steht eine höhere Wassersäule, zwar mit der gleichen Fischmenge in Gramm je Liter, aber einer höheren Fischmenge je qm Boden.

gruß jo
Zuletzt geändert von eumel6 am 23.11.2015 20:01, insgesamt 2-mal geändert.
eumel6
Aquaristikfreak
Aquaristikfreak
 
Beiträge: 1318
Registriert: 11.12.2014 23:07
Hat sich bedankt: 41 mal
erhaltene Bedankungen: 185 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon eumel6 » 01.01.2016 18:21

Abschnitt Vorsicht vor Nano-Aquarien

Auch hier kommt der Autor von seinen Klischees nicht weg.
„Sofern es bei solchen Mini-Aquarien im Bereich von bis zu 20 oder gar nur 10 l ….Für die Dauerhaltung von Zierfischen … ist von solchen winzigen Becken allerdings abzuraten. Nicht nur der schon genannten Gründe wegen, … sondern auch aus Tierschutzgründen.“

Dann greife ich im Regal 3 Bücher weiter und lese in einem Buch zu Nanoaquarien, dass die Haltung von einem Trio Kap Lopez in einem 12l-Becken empfohlen wird. Also Münze hoch werfen und so entscheiden, wer Recht hat, denn die nachfolgende Erläuterung des Autors hilft nicht weiter.

„Die meisten der hier gemeinten Tiere z. B. aus der Gruppe der Salmler, Barben oder Panzerwelse sind nämlich Schwarmfische und wollen deshalb auch in der Gruppe gehalten werden ...Genau dies, also ihre Haltung im Sozialverband mehrerer Tiere, würde aber den Überbesatz solcher Miniaquarien bedeuten; oder aber Schwarmfische wie der beliebte Rote Neon werden hier tendenziell zu wenig tierschutzgerechter Einzelhaft verdonnert!“

Richtig – der Rote Neon ist für ein Nanobecken ein echter dicker fetter Brummer. Gibt aber viel kleinere Vertreter der Salmler. Bei den quirligeren kleinen Bärblingen könnte man vielleicht noch feilschen, ob 40cm Länge für 2 oder 2,5 cm lange Tierchen eine ausreichende Länge darstellen, aber bei den etwas ruhigeren kleinen Salmler nicht.Und bei einem Verband von 10 solchen kleinen Tieren in 20l von einem Überbesatz zu sprechen – machen wir da mal ein Fragezeichen. Sowie der unbedarfte Anfänger Bücher zur Nanoaquaristik heranzieht, kommt er in diesem kurzen Abschnitt ins Zweifeln.

Von der Sache her hätte sich der Autor den Abschnitt zu den Nanoaquarien sparen können.
eumel6
Aquaristikfreak
Aquaristikfreak
 
Beiträge: 1318
Registriert: 11.12.2014 23:07
Hat sich bedankt: 41 mal
erhaltene Bedankungen: 185 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon eumel6 » 15.03.2016 10:45

Abschnitt Die richtige Technikausstattung

Dieser Abschnitt umfasst 3,5 Seiten davon 2 Seiten mit technischen Fragen, die sehr allgemein gehalten sind und so gut wie keine konkreten Informationen beinhalten. Besonderer Wert wurde auf die Erwähnung einen Bodenheizkabels gelegt. Bodengrund, Dekomaterial wie Steine und Wurzeln werden kurz angerissen. Die Verwendung von Kalkstein wird abgelehnt mit der Begründung:
„Kalk erhöht den Härtegrad im Aquarium und bindet das für Pflanzen notwendige Kohlendioxid.“
Ob für den Normalaquarianer verständlich ist, was hier gemeint ist, halte ich für fraglich.
Hoffen wir, dass in den Geboten zur Beleuchtung und zur Filterung mehr Informationen zur Technik geboten werden.
eumel6
Aquaristikfreak
Aquaristikfreak
 
Beiträge: 1318
Registriert: 11.12.2014 23:07
Hat sich bedankt: 41 mal
erhaltene Bedankungen: 185 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon Birgit » 22.03.2016 21:40

Ich habe den Autor mal kennengelernt auf dem Weg zur Interzoo. Das Buch ist aus der Praxis entstanden. Er hatte ein Fachgeschäft für Aquaristik ca. 3000qm in einer Großstadt und hat Artikel geschrieben für Fachzeitschriften. Die 10 Gebote war nur ein Artikel, er wurde gebeten ein Buch daraus zu machen. Das wichtigste in Kürze bzw. die Fehler die Menschen mit Aquarium am häufigsten machen. Ist also quasi mehr ein Crashkurs.

Mir hatten Bekannte ein Nano Becken angeboten, 20l und ich brauche keine Bakterien die sind ja schon im Filter drin. Das Becken stand längere Zeit leer. Aus einem anderen Becken wollte man mir Aquarienwasser mit geben und 20-30 Guppy passen rein......hätten auch welche für mich. :wink:

Der Autor hat dieses Buch verfaßt, weil seine Kunden immer die gleichen Probleme hatten und immer wieder die gleichen Dinge falsch gemacht haben. Ich habe es gelesen und auch schon verschenkt, gibt viele die das nicht so gut hinbekommen mit dem Aquarium. Und ich kenne auch Leute die keinen Wasserwechsel machen und auch Ihr Wasser nicht testen.
Sind eben die häufigsten Fehler angesprochen, zu kleine Becken, zu viele Fische drin, Fische die nicht zusammen passen, zu viel Futter, Pflanzen rein, Pflanzen brauchen Licht und Nahrung, Teilwasserwechsel, Filter etc.
Er begründet seine Aussagen, leicht verständlich keine Fachsprache. Für mich ein Top Buch!!!!!
Hätte ich das nicht gelesen, hätte ich jetzt vermutlich 20l Nano voll mit Guppy und Antennenwelsen :cool:
Benutzeravatar
Birgit
Larve
Larve
 
Beiträge: 33
Registriert: 06.03.2016 21:13
Hat sich bedankt: 19 mal
erhaltene Bedankungen: 1 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon eumel6 » 25.03.2016 18:28

Hallo,

Sind eben die häufigsten Fehler angesprochen, zu kleine Becken, zu viele Fische drin, Fische die nicht zusammen passen, zu viel Futter, Pflanzen rein, Pflanzen brauchen Licht und Nahrung, Teilwasserwechsel, Filter etc.
Er begründet seine Aussagen, leicht verständlich keine Fachsprache. Für mich ein Top Buch!!!!!

Das mit dem Topbuch ist leider ein Trugschluss. Für bepflanzte Gesellschaftsbecken spielt der Lichtfaktor eine wichtige Rolle. Gut das wird zumindest im 8.Gebot angeschnitten Vermeiden Sie unterbeleuchtete Aquarien. Bei Lichtstärke und Pflanzenauswahl bringt er nur eine Zusammenstellung nach Paffrath. Mit seiner großen Erfahrung zumindest langjährig im Verkauf, könnte man da erwarten, dass eigene Erfahrungen einfließen. Dem ist aber nicht so. Die Tabelle wird ohne Kommentar übernommen. Bolbitis 0,5W/l!
Zu den Details komme ich noch im Rahmen der Besprechung.

gruß jo
Zuletzt geändert von eumel6 am 25.03.2016 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
eumel6
Aquaristikfreak
Aquaristikfreak
 
Beiträge: 1318
Registriert: 11.12.2014 23:07
Hat sich bedankt: 41 mal
erhaltene Bedankungen: 185 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon eumel6 » 04.04.2016 13:51

Zweites Gebot

Legen Sie beim Start Ihres Aquariums Geduld an den Tag

Geduld ist eine wichtige Tugend des Aquarianers. Geduld beim Start eines Aquariums keine schlechte Sache. Nach dem Autor kommt jetzt die Mikrobiologie ins Spiel und er teilt das Gebot in 2 Abschnitte ein.

Abschnitt 1 – Das Nitritproblem vermeiden
Die Empfehlung „Vom Sofortkauf der Fische sollten kluge Aquarianer jedoch absehen“ ist zu unterstützen, wird aber in der Forenlandschaft von ein paar Leuten bekämpft. Es stimmt auch, dass sich in den ersten 4-6Wochen diese segensreiche Mikrolebewelt entwickelt. Aber dann kommt Autor und Meister ins wanken. Er erkennt zwar seine Gratwanderung, aber die Sorge um die bakterielle Entwicklung und ihr Futter, lässt ihn zum Besatz bereits nur nach ein paar Tagen raten.
Von Theorie und Praxis eigentlich in den sich entwickelten Nitritpeak rein und mit dem seiner Auffassung hochtoxischem Nitrit. Um aus diesem Dilemma zu kommen, verweist er auf eine externe Förderung der Mikrowelt durch käufliche Bakterienpräparate oder die Methode des Animpfens. Das Einsetzen der Fische in mehreren Schüben findet meine Unterstützung. Die Notwendigkeit eines Nitrittests als Kontrollinstrument in der aquaristischen Erstausstattung sehe ich nicht negativ. Nitrit ist ein heikles und kontroverses Thema zumindest in den Foren. Der Autor stellt sich dem Problem. Ob, man es auf knapp 2 Seiten viel besser machen kann, ist fraglich. Höchstens man verfährt nach der Parole, dass das Einlaufen eines Aquariums so lange dauert, wie das Wasser eingefüllt ist.

Abschnitt 2 – Die „Ichthyo“-Gefahr meistern
Was Ichthyo mit Geduld zu tun hat, ist mir beim Lesen dieses Abschnittes nicht klargeworden. Falscher Besatz und hohe Besatzdichten spielen hier eine wichtigere Rolle und deswegen hätte ich das Kapitel Ichthyo eher in das 3.Gebot eingeordnet. Der Autor versucht zwar eine Brücke zu bauen, dass Ichthyo mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in die Start- und Besatzphase fallen würde. Wenn man sich über Jahre die Forenberichte ansieht, findet man dazu keine Bestätigung.
Richtig ist, dass diese Krankheit durch Stress begünstigt wird. Seine Argumentation, dass durch den Fang, lange Transportwege, Zwischenhälterung bei Fängern, Esporteur, Importeur und Einzelhändler die Fische so stark stressen würde, dass sie exzellente Wirte für die Erreger abgeben, kann so einfach nicht nachfolgen werden.
Für welche Arten trifft denn dieser Weg überhaupt zu? Welche Wildfänge schwimmen denn beim 0815Aquarianer überhaupt im Aquarium? Wieviel Stress sind denn Tiere aus Tschechien oder Südostasien wirklich ausgesetzt?
Es ist schon positiv die Symptome von Ichthyo zu kennen. Man muss aber nicht gleich Schreckgespenster an die Wand malen. Und Medikamente unter Umständen jahrelang zu bunkern bis es zum Ernstfall kommt. Ich glaube hier überzieht der Autor das Thema ein wenig. Meister, du schreibst ein Buch und stehst nicht hinter der Ladentheke um Malachitgrün zu verkaufen!
eumel6
Aquaristikfreak
Aquaristikfreak
 
Beiträge: 1318
Registriert: 11.12.2014 23:07
Hat sich bedankt: 41 mal
erhaltene Bedankungen: 185 mal

Re: Die 10 Gebote für bepflanzte Gesellschaftsaquarien

Beitragvon Birgit » 07.04.2016 12:43

Interessante Sache finde ich. Muß grad mal lachen, da mir das im Prinzip alles in etwa so passiert grade. Und ich hatte die Hoffnung das wird bald besser.
Wollte endlich mal fertig werden mit dem Becken und hatte neue Fische gekauft. Diesmal in einem anderen Laden. Da es Neons waren natürlich viele davon mitgenommen. Und was ist nu? Ichthyo!!!! Und schon viele Ausfälle. Das mit ungeduldig kann ich nachvollziehen, aber "mal" muss man doch alle Fische im Becken haben die man haben will. Und ich hatte das Zeug auch net daheim, bis ich da was gescheites bekommen habe......viel zu spät behandelt.
Bin schon gespannt was Dir zum Rest des Buches auffällt. Aber genau das ist dieses Buch eben, es entstand aus der Praxis eines Fachgeschäftes. Der gute Mann hat wirklich jahrelang den Leuten Malachitgrün verkauft. eumel6 - Hast Du Dir mal überlegt, selbst mal ein Buch zu schreiben, so mit allen Dingen die Du wichtig findest und in anderen Büchern vermisst? Oder wo Du eine andere Meinung / Erfahrung hast zu verschiedenen Themen.
Benutzeravatar
Birgit
Larve
Larve
 
Beiträge: 33
Registriert: 06.03.2016 21:13
Hat sich bedankt: 19 mal
erhaltene Bedankungen: 1 mal


Zurück zu Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron
<